Ogi kämpft für das neue Geldspielgesetz

Letzte Woche sorgten die Casinobetreiber für Negativschlagzeilen: Die SwissCasinos Holding AG bot FDP-Natio­nalrat Marcel Dobler (37, SG) einen Posten in ihrem Verwaltungsrat an – vermutlich wollte sie den Kritiker des neuen Geldspielgesetzes damit auf ihre Seite ziehen (SonntagsBlick berichtete).

Nun lancieren die Befürworter ihre ordentliche Kampagne für die Abstimmung am 10. Juni. Ihr wichtigstes Aushängeschild ist Adolf Ogi (75). Der Berner alt Bundesrat sagt: «Ich setze mich für ein Ja zum Geldspielgesetz ein, damit weiterhin rund eine Milliarde Franken aus den Erträgen der Schweizer Lotterien und Casinos in die Förderung von Sport, Kultur, Sozialem, Umwelt- und Naturschutz sowie die AHV fliesst.»

Die wichtigen Sportverbände hängen am Tropf von Sport Toto

Der SVP-Politiker, passionierter Sportler und Ehrenpräsident von Swiss Olympic, hat sich zeitlebens für den Breiten- und Spitzensport eingesetzt. «Das Geld kommt jährlich Tausenden von Projekten in der ganzen Schweiz zugute», erklärt Ogi.

Tatsächlich hängen die wichtigen Sportverbände allesamt am Tropf von Sport Toto. Swiss Olympic etwa operierte 2016 mit Erlösen von 44 Millionen Franken. Mehr als die Hälfte kamen von der Sport-Toto-Gesellschaft. Ogi ist nicht der einzige Prominente, der am 10. Juni mit Ja stimmen wird. Auch die Kunstturnerin und Olympia-Bronzemedaillengewinnerin 2016 Giulia Steingruber (24) sowie der Ski-Slalom-Olympia-Zweite Ramon Zenhäusern (25) kämpfen entschieden für ein Ja.

Die Sport-Cracks befürchten, dass Ausnahmetalente künftig weniger gefördert würden wie sie selbst, wenn das Volk die Vorlage ablehnte.