Leserbrief: Lässige Argumente, die leicht fahrlässig werden – 15. Mai 2018

Solothurner Zeitung, 15.5.2018

Es sind erfrischende Argumente, die da namentlich von Jungpolitikern gegen das neue Geldspielgesetz ins Feld geführt werden: Weniger Gesetze, keine unnützen Eingriffe, mehr Markt. Nur: Der Souverän hat in der Verfassung festgelegt, dass Geldspiele staatlich zu regulieren sind – es braucht also ein neues Gesetz. Netzsperren kann man umgehen, stimmt Aber: Schliessen Sie Ihr Velo nicht mehr ab, weil das Schloss einfach geknackt werden kann? Und: Wie würden dann im von den Gegnern des neuen Geldspielgesetzes geforderten freien Markt die konzessionierten von den nicht konzessionierten, ausländischen Wettspielanbietern getrennt? Richtig, auch durch Netzsperren. Das Argument, es käme dann für die unzähligen Vereine, den Sport, die AHV und die Kultur (welche jetzt und in Zukunft vom Geldspiel profitieren sollen) schon gut, ist eben kein Argument, sondern eine lässige Behauptung. Die lässige Erfrischung wird also bei einem Nein zu einer fahrlässig eingehandelten, sehr kalten Dusche. Deshalb sage ich am 10. Juni Ja zum neuen Geldspielgesetz.

Alex Miescher, Biberist